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Innovation Hub

Plattform für Vordenker

Innovationsgeist ins gesamte Unternehmen tragen, Innovationen gemeinsam mit den Banken vorantreiben – darum dreht sich alles beim neu geschaffenen Innovation Hub der Fiducia & GAD. Dessen Leiter Gerd Müller erklärt, worauf es ihm dabei ankommt.

Herr Müller, bis vor Kurzem hieß es bei Ihnen noch „Innovationsmanagement“, jetzt ist die Rede vom „Innovation Hub“. Alter Wein in neuen Schläuchen?
Nein, der Hub setzt bei der Fiducia & GAD die Logik der neuen Plattformen auch für das Thema Innovation um.

Soll heißen?
Analog zu den anderen Plattformen für Vertrieb, Steuerung, Produktion sowie Cloud und IT stellt der Innovation Hub dem gesamten Unternehmen jetzt eine Plattform aus Wissen, Beratung, Coaching und Tools zur Verfügung, die in Summe unsere Innovationsfähigkeit beflügelt.

Welche Ziele hat der Innovation Hub?
Nach innen betrachten wir uns als Thinktank und Enabler. Das heißt, wir blicken über den Tellerrand, beobachten Märkte und neue Technologien und erstellen eine Innovationsagenda, um neue Themenfelder für die Fiducia & GAD zu identifizieren. Darüber hinaus schicken wir unsere Experten zu unseren Geschäfts- und Servicefeldern und entwickeln mit ihnen Ideen für neue Produkte und Services. Das ist wichtig, weil wir so innovatives Denken und Handeln ins gesamte Unternehmen transportieren können.

So ein bisschen wie Business Angels?
Kann man so sagen, ja. So ein Business Angel hat ja auch die Aufgabe, einer guten Idee auf die Sprünge zu helfen und mit Rat und Tat die „Gründer“ zu unterstützen und damit die Erfolgswahrscheinlichkeit zu steigern. Und da ist noch mehr: Innovatives Arbeiten ist agil, es fördert das eigenverantwortliche Denken sowie die enge Kooperation mit Nutzern, Kunden und Partnern, und es hat einen weiteren unschlagbaren Vorteil …

Welchen?
Man erkennt bereits früh im Entwicklungsprozess, ob man auf der richtigen Fährte ist. Und wenn nicht, kann man rechtzeitig stoppen und hat Fehlinvestitionen vermieden.

Gerd Müller
Gerd Müller
Leiter Innovation Hub
„Den Banken neue Lösungen anzubieten, die unter anderem weit über das klassische Banking hinausgehen, ist für uns ein zentraler Aspekt.“
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Das heißt, Sie bieten auch so etwas wie Business Design an?
Richtig. Wir unterstützen die Teams, die uns rufen, bei der Überprüfung der Idee – dem sogenannten Problem Solution Fit – oder der Entwicklung der sogenannten Minimal Viable Products, also früher Produktversionen, die den Kern des Problems adressieren und damit schon von künftigen Anwendern getestet werden können. Unsere Unterstützung reicht bis hin zur Ausgründung von Start-ups und zum Markteintritt – sofern das aus strategischer Unternehmenssicht gewünscht ist. So entstehen Intrapreneure bei der Fiducia & GAD.

Was haben die Banken davon?
Damit sind wir bei den Zielen, die wir nach außen verfolgen: Die Fiducia & GAD hat Ende vergangenen Jahres die Initiativen Unternehmensstrategie sowie Portfolio- und IT-Strategie ins Leben gerufen. Den Banken neue Lösungen anzubieten, die unter anderem weit über das klassische Banking hinausgehen, ist dabei ein zentraler Aspekt. Indem wir den Spirit innovativen Arbeitens in das ganze Unternehmen hineintragen, befeuern wir die Kreativität der Bereiche und ihren Mut, out of the box auch mal ganz ungewöhnliche Ideen zu entwickeln und auszuprobieren, so wie zum Beispiel BOTTO und borgn (siehe Infografik).

BOTTO: Der Bot für Banker

Jährlich gehen etwa 500.000 Anfragen im Kundenservice der Fiducia & GAD ein. Bei einem Teil handelt es sich um einfache Verständnisfragen. Um diese in Zukunft noch schneller und qualifizierter bearbeiten zu können, ist Ende vergangenen Jahres BOTTO bundesweit an den Start gegangen. BOTTO ist ein lernendes System, dem der Bankmitarbeiter seine Frage über den Browser seines Endgeräts stellen kann. Der Chatbot liefert dann die passenden Antworten aus der hinterlegten Datenbank.

Inwieweit beziehen Sie die Banken in Ihre Innovationsarbeit mit ein?
Sehr intensiv! Eines der Ziele unseres Innovation Hub ist der kontinuierliche Ausbau des Innovationsnetzwerks „Einfach Mitmachen“, das wir schon vor mehr als einem Jahr ins Leben gerufen haben. Das ist inzwischen eine tolle und dynamische Community geworden, an der mehr als 70 Banker regelmäßig teilnehmen.

Worum geht es bei diesen Treffen?
Unterschiedlich: Mal stehen reine Kreativtechniken wie Design Thinking im Vordergrund, mal geht es ums konkrete Validieren von Ideen. So haben wir zum Beispiel bereits eine digitale Mietermappe als Prototyp entwickelt, die Bankkunden auf Wohnungssuche dem Vermieter oder Immobilienmakler schicken können. Da ist dann alles drin inklusive Schufa-Auskunft und Bankzertifikat.

Wer trägt eigentlich die Kosten dafür?
Der Trend geht klar dahin, dass die Beteiligten das Geld für einen Prototyp zusammenlegen. Das haben wir zum Beispiel bei VR Finance Fiction (siehe Kasten) so gemacht. Dieses Funding entspricht auch eher dem Hub-Gedanken – und ist letzten Endes auch genossenschaftlich, denn: Was einer nicht schafft, das schaffen viele.

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VR Finance Fiction: Szenario für Banken

Es klingt futuristisch: Das gealterte Ich erzählt dem jüngeren Ego, wie seine Zukunft aussehen könnte und wie sie sich positiv beeinflussen lässt. Dieses Szenario ist Teil der ersten Aufbaustufe des Projekts VR Finance Fiction, das die Fiducia & GAD entwickelt hat. In der ersten Aufbaustufe handelt es sich um ein MVP (Minimal Viable Product), also ein Vorabprodukt, das erst einmal nur für Testzwecke eingesetzt wird. Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille taucht der Nutzer in eine künstliche Welt ein, in der sein älteres Ich ihn vor verschiedene Aufgaben stellt. Das Projekt wurde erstmals auf der COM19 vorgestellt. Im Anschluss setzten neun Partnerbanken die Software testweise ein, um Feedback zu sammeln. Die Anwendung soll vor allem gezielt als Marketinginstrument auf externen Veranstaltungen eingesetzt werden.

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Borgn: Clever Verleihen

Leihen und verleihen unter Nachbarn – das ist die simple und dennoch innovative Idee einer neuen Sharing-Plattform, die 2019 unter dem Namen „borgn“ an den Start gegangen ist. Ob Laubbläser, Campingzelt oder Bohrmaschine: Es gibt praktisch nichts, was man nicht an Menschen in der Nachbarschaft gegen eine kleine Gebühr verleihen könnte – denn viele Dinge stehen die meiste Zeit des Jahres ungenutzt in irgendeiner Ecke der Garage oder im Keller herum. borgn ist aus dem Innovationsnetzwerk des Innovation Hub hervorgegangen und funktioniert ähnlich einem Franchise-Modell für regionale Betreiber.

www.borgn.de

Kernaufgaben im Überblick

Strategische Elemente