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Migration agree21

„Bisher größtes IT-Projekt“

Die Serienmigration der 341 Genossenschaftsbanken im Norden wurde Ende 2019 fahrplanmäßig abgeschlossen. Damit nicht genug: Auch aufgrund der in diesem Mammutprojekt gewonnenen Expertise haben sich inzwischen neue Kunden für den Einstieg bei agree21 entschieden, berichtet Horst Möller, bei der Fiducia & GAD verantwortlich für die Migration.

Herr Möller, was hat das Interesse der Neukunden geweckt?

Mit der Migration auf agree21 haben wir das größte genossenschaftliche IT-Transformationsprojekt aller Zeiten erfolgreich bewältigt. Erfolgreich heißt: pünktlich, trotz sportlichstem Terminplan keine Bank „zu verlieren“ und das Budget einzuhalten. Das hat sich natürlich auch auf dem Markt herumgesprochen. Bei den Neukunden handelt es sich um Institute, die wir in diesem Jahr und 2021 migrieren werden. Mit weiteren sind wir bereits im Gespräch für 2022.

Das heißt, die Qualitäts- und Stabilitätsprobleme der Fiducia & GAD spielen für die Entscheidung der Kunden keine ausschlaggebende Rolle?

Jeder, der sich auskennt, weiß, dass die Zusammenführung von großen Unternehmen oder unterschiedlichen komplexen Systemen zunächst auch mit Belastungen verbunden ist. Aber ebenso klar ist auch, dass nun circa 900 Banken ein gemeinsames Verfahren einsetzen, das fließend und wirtschaftlicher weiterentwickelt werden kann als zwei unterschiedliche Systeme. Auch die stete termingerechte Umsetzung regulatorischer Anforderungen zum Beispiel wird sehr wohl von neuen Kunden geschätzt. Die Genossenschaftsorganisation hat in einer Zeit, in der IT im Bankgeschäft immer wichtiger wird, schon ein starkes Pfund, auf dem man trotz mancher Unkenrufe jetzt gut und auch schneller aufbauen kann.

Wann haben Sie die Migration abgeschlossen?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen der Serienmigration der Volks- und Raiffeisenbanken und einigen sogenannten Spezialinstituten. Die Serienmigration konnten wir planmäßig am 9. November 2019 abschließen. Somit waren alle 341 Banken, die wir bis Ende 2019 auf agree21 umzustellen hatten, migriert. Bis Ende 2020 stellen wir dann noch sechs Spezialbanken um, die aufgrund ihrer Geschäftsmodelle eine individuelle Migration mit besonderen Assets benötigen, die erst in agree21 umgesetzt werden müssen.

Sie sagen, das Budget sei komplett eingehalten worden. Gibt es auch Kostenvorteile, die sich künftig für die Banken aus der Migration ergeben?

Ja! Die Vereinigung der Banken unter dem Dach von agree21 bringt jährliche Kosteneinsparungen in Höhe der beim Zusammenschluss der Fiducia & GAD avisierten 125 Millionen Euro pro Jahr ab Ende 2020. Möglich wird dies durch zahlreiche Synergien: Doppelentwicklungen entfallen, Mehraufwände für die Wartung und Pflege verschiedener Systeme reduzieren sich, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Horst Möller
Horst Möller
Leiter des Geschäftsfelds Kundenprojekte und Consulting
„Mit der Migration auf agree21 haben wir das größte genossenschaftliche IT-Transformationsprojekt aller Zeiten erfolgreich bewältigt. Erfolgreich heißt: pünktlich, trotz sportlichstem Terminplan keine Bank ,zu verlieren‘ und das Budget einzuhalten.“
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Wie war im Verlauf des Mammutprojekts die Stimmungslage bei den Banken?

Es gab anfangs sehr viel Skepsis, und nur ganz wenige haben daran geglaubt, dass dieses Unterfangen in so kurzer Zeit möglich sein würde. Klar – da gibt man ein Bankverfahren auf, an das man sich über viele Jahre gewöhnt hat, ist monatelang mit einem enormen Anpassungs- und Ausbildungsbedarf aufgrund des neuen Systems konfrontiert und erlebt Veränderungsprozesse im eigenen Haus, die weit über die IT hinausgehen. Viele Banken haben erfahren, dass die Umstellung nicht nur ein IT-Thema war, sondern einen kompletten Change der Kultur und der internen Prozesse bedeutete, der alle Mitarbeiter involvierte. Manche Institute haben das als einmalige Chance begriffen – weil viele Strukturen und Abläufe intern hinterfragt werden mussten, die teilweise nur noch aus Gewohnheit existierten, aber oft nicht mehr den Anforderungen des Marktes entsprachen. Insofern hat hier im wahrsten Sinne eine echte digitale Transformation stattgefunden.

Und wie haben Sie die letzten Jahre erlebt?

Ich muss gestehen, gerade die ersten beiden Jahre waren eine echt harte „Kiste“: wenige Menschen, die mitmachen wollten, weil sie nicht an den Erfolg glaubten, wenig Vertrauen der Banken, dass so ein knallharter Plan auch wirklich durchgezogen werden würde, und große Belastungen, insbesondere für die kleineren Institute. Mit einem guten Partnernetzwerk ist es aber nach und nach gelungen, unsere Ressourcen zu verstärken, und wir hatten ein kleines Kernteam von Menschen, die mit enormer Einsatzbereitschaft über das normale Maß hinaus bis zum Schluss wirklich alles für das Projekt gegeben haben. Diesen Menschen bin ich besonders dankbar, und ich bin auch stolz auf das Team, da es eine wirklich großartige Leistung vollbracht hat. Im letzten Jahr setzte dann ein gegenteiliger Effekt ein, manche – sowohl bei den Banken als auch bei uns – dachten: „Jetzt läuft die Maschine – das kann doch kein großes Problem mehr sein.“ Aber 2019 wurden die meisten Institute migriert, es gab einige Anpassungen im System, und viele der Serien und Banken hatten ihre Besonderheiten. Migrationen sind äußerst komplexe Transformationsprojekte, und jede einzelne bringt andere Herausforderungen mit sich.

Migration in Zahlen

  • Serien/Banken

    61/341

  • Arbeitsplätze

    60.000

  • Kunden

    21.500.000

  • Konten

    29.500.000

  • SB-Geräte

    12.700

  • Datenvolumen

    22 Terabyte

  • Projektjahre

    > 1.000

  • Bankprojekttermine

    5.700

Die Umstellung auf agree21 ist das bislang größte Transformationsprojekt der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Ablauf der Migration

Ablauf

Von den ersten Vorbereitungen bis zur Echtüberleitung, dem sogenannten Cut-over, vergingen für jede Bank rund zwölf Monate – gefolgt von einer mehrwöchigen Nachbetreuung durch die Fiducia & GAD.

Ablauf der Migration

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Echter Serienerfolg

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